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Archive for the ‘Job’ Category

Belästigender Lärm am Arbeitsplatz

Donnerstag, August 7th, 2014

Vielleicht hat es der ein oder Andere bereits mitbekommen: Ich werde seit April täglich beschallt. Von einem Arschlochkollegen, der links von mir in zwei verschienenden Büros zwei verschiedene Radiosender laufen läßt und das nicht gerade leise. Ich habe also täglich Kirmes. Im Ohr und im Kopf. Dass das krank macht, läßt sich an zwei Fingern abzählen!

Dies hat bei mir bisher ausgelöst: Aggressionen, die ich kaum in den Griff bekomme, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Migräne, unfassbare Rückenschmerzen (vom Fluchtinstinkt, der nicht ausgelebt werden kann).

Ich möchte an dieser Stelle alle warnen, die Lärm ausgesetzt sind und sich durch diesen gestört fühlen und alle diejenigen aufklären, die das als „halb so schlimm“ abtun.

Im Internet (ein tolles Ding) fand ich ein sehr interessantes Pamphlet aus der Schweiz. Hier ein Auszug:

Je höher der Schallpegel, desto störender ist ein Geräusch. 

Frequenzzusammensetzung:      Hohe Frequenzen (scharfe Geräusche, z. B. Kreissäge) sind störender als tiefe. Tonhaltige Geräusche sind lästiger als Rauschen, da sie die Aufmerksamkeit des Hörers auf sich lenken. Besonders unangenehm sind Geräusche mit einem spektralen Pegelmaximum zwischen 3 und 4 kHz. Zeitliche Struktur Impulshaltige oder intermittierende Geräusche wirken stärker belästigend als kontinuierliche.

…..

Grosse Schallpegelschwankungen sind sehr unangenehm.     Einwirkungsdauer:    Die Expositionsdauer wird in der Messtechnik in Form des Lärmexpositionspegels LEX berücksichtigt. Je länger das Ereignis dauert, desto störender ist es.
4.3 Lärmempfindlichkeit:       Die Lärmempfindlichkeit ist sehr stark von der Tätigkeit, dem psychosozialen Umfeld und den individuellen Neigungen der lärmexponierten Person beeinflusst. Es gibt diesbezüglich grosse Unterschiede. Die subjektiven Parameter der Lärmempfindlichkeit lassen sich nur aufgrund von Statistiken beschreiben. Eine Umsetzung in objektive Grössen ist kaum möglich. Eine negative Einstellung gegenüber einem Geräusch kann physiologische Reaktionen wie Blutdruckänderungen und Schlafstörungen verstärken. Die hauptsächlichen Einflussgrössen der Lärmempfindlichkeit lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Innere Einstellung:     Die Lärmempfindlichkeit ist nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern — je nach Zustand und Situation — auch bei ein und demselben Menschen verschieden. Entscheidend für den Belästigungsgrad eines Geräusches sind die emotionale Einstellung zum Geräusch und/oder zum Geräuscherzeuger, die gemach-ten und gespeicherten Erfahrungen mit einem bestimmten Geräusch und die Gewöhnung an eine Geräuschsituation. Unfreiwillig Beschallte fühlen sich stärker gestört als Lärmverursacher. Momentane Disposition Die psychophysische Verfassung (z. B. Krankheit, Ermüdung, Nervosität, Kopfweh, Ärger, Hörvermögen) hat einen entscheidenden Einfluss auf die Lärmwirkung. Ermüdete und kranke Personen fühlen sich stärker durch Lärm gestört als ausgeruhte und gesunde.

Der subjektiv unterschiedliche Grad der Belästigung durch Bürolärm spiegelt sich auch in persönlichen Verhaltensreaktionen wider. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auf störende Lärmsituationen aktiv reagieren (z. B. Türe zum benachbarten Büro schliessen), werden durch den Lärm weniger gestört. Wesentlich stärker belästigt fühlen sich dagegen Personen, die sich gegen den Lärm nicht wehren, ihn über sich ergehen lassen, ihm sozusagen ausgeliefert sind. Hintergrundgeräusche wirken ermüdend und irritierend und haben einen negativen Einfluss auf unser Konzentrationsvermögen und unsere Leistungsfähigkeit.

Kontrollierbarkeit der Geräuschquelle:  Geräusche, die wir selbst kontrollieren können, indem wir sie beispielsweise abschalten oder leiser stellen, sind leichter zu akzeptieren als unkontrollierbare Geräusche.
Vorhersagbarkeit Geräusche, auf die wir gefasst sind, sind leichter zu ertragen als solche, denen wir unvorbereitet ausgesetzt sind.
Ursprung Der Lärm, der durch unsere eigenen Aktivitäten entsteht, stört uns weniger als Lärm, den andere verursachen.
Notwendigkeit Unvermeidbarer Lärm ist leichter zu tolerieren als Lärmbelästigungen, bei denen wir das Gefühl haben, dass sie unnötig sind.

Beim konzentrierten Arbeiten am Bildschirm ist grundsätzlich jede Geräuscheinwirkung, die nicht von der arbeitenden Person selbst ver-ursacht wird, als störend einzustufen. Als selbstverursachte Geräusche gelten nur das eigene Sprechen und dasjenige des Gespräch-partners sowie das eigene Tastaturgeräusch und Signalgeräusche (z. B. das Klingeln des eigenen Telefons). Bei gegebenem Schallpegel ist ein gleichförmiges, keiner identifizierbaren Quelle zuordenbares Geräusch weniger störend als eines das aufgrund der zeitlichen Struktur, des Frequenzspektrums oder des Signalabstands zum Hintergrundgeräusch einer Quelle zugeordnet werden kann. Die Identifizierbarkeit und damit der Störungsgrad ist besonders gross, wenn es sich um Sprechgeräusche handelt und diese — auch nur teilweise — verstanden werden können.

Lärm und Gesundheit:    Im Lärm sinken Aufmerksamkeit und Reaktionszeit, Denkvorgänge laufen langsamer ab. Auf das Gefühl, dem Lärm ausgeliefert zu sein, reagiert unser Körper mit Abwehrreaktionen. Er erhöht den Energieumsatz und die Herzfrequenz. Stresshormone werden ausgeschüttet und schwächen das Immunsystem.

Vegetative Störungen:     In physiologischen Untersuchungen hat man herausgefunden, dass eine Lärmexposition unter anderem folgende Reaktionen auslöst: Erhöhung des Blutdruck,  Beschleunigung des Herzschlags, Gefässverengungen , Steigerung des Stoffwechsels , Beeinträchtigung der Tätigkeit der Verdauungsorgane, Steigerung der Spannung der Muskulatur,  Pupillenerweiterung, Stress

Zusammenfassend lässt sich über die leistungseinschränkenden Auswirkungen von Lärm Folgendes sagen: Geräusche beeinträchtigen häufig komplexe geistige Tätigkeiten sowie Leistungen mit hohen Anforderungen an die Geschicklichkeit und an die Informationsverarbeitung. Lärm kann das Erlernen gewisser Fertigkeiten erschweren.
… Lärm kann zu Erschöpfung führen.

Eine Lärmsituation hat also unterschiedlich starke kurz- und langfristige Auswirkungen, je nachdem, ob die betroffenen Personen wenigstens die Illusion haben, den Lärm beeinflussen zu können oder nicht. Im Alltag glauben zwar die wenigsten Betroffenen daran, dass die Lärmverursacher, staatliche Stellen oder sie selbst etwas Wirksames gegen den Lärm an der Quelle unternehmen können. Grosse Unterschiede bestehen aber in der Einschätzung, inwieweit sie als Betroffene die Auswirkungen der Geräusche auf ihre eigene Person reduzieren können. Manche Menschen sehen Lärmbewältigungsmöglichkeiten darin, die Fenster zu schliessen, sich in einen ruhigeren Raum zurückzuziehen, sich die Ohren zu verstopfen, einfach «abzuschalten» oder den Geräuschen auch positive Seiten abzu-gewinnen. Andere halten solche Bewältigungs-versuche für völlig zwecklos.
Wieder andere befürchten, dass sie wegen des Lärms aggressiv werden oder zumindest «rappelig», was einer emotionalen «Geladenheit» entspricht, die kaum mehr zu kontrollieren ist. Sie stellen fest, dass sie vom Lärm aktiviert werden, sich gestört und belästigt fühlen. Der Umstand, dass etwas mit ihnen geschieht, gegen das sie wenig bis nichts unternehmen können, löst Verärgerung aus.
Dieser Aspekt ist bei Lärmminderungsmassnahmen ausserordentlich wichtig: Solange die Betroffenen das Gefühl haben, dass die Betriebsleitung bemüht ist, die Lärmimmissionen am Arbeitsplatz zu begrenzen, werden sie in der Hoffnung auf eine Verbesserung — eine weniger starke Lärm-mpfindlichkeit zeigen als im Gefühl relativer Hilflosigkeit. Aussprachen zwischen Lärmverursachern und Betroffenen, eine Verbesserung des Arbeitsklimas oder ein echtes Zeichen des guten Willens können oft mehr bewirken als eine Lärmreduktion von einigen Dezibel.

Überfordert jedoch die Intensität, die Dynamik, die Frequenzcharakteristik oder die Bedeutung des Schalls die Fähigkeit oder die Bereitschaft einer Person, diesen zu verarbeiten, so treten Veränderungen des psychischen und körperlichen Zustands auf, die langfristig zu Gesundheitsschäden führen können. Die Hauptwirkung von Lärm auf den Menschen ist die Erhöhung der Aktivierung und damit die Verhinderung von Entspannung: Die wiederholte zwangsläufige Erhöhung der Wachsamkeit wird als unangenehm empfunden und führt zuletzt auch bei relativ langen Pausen zu ständiger Anspannung und psychischer Ermüdung. Lärm ist also in erster Linie ein hygienisches Problem. Unter «Hygiene» versteht man in da die Lärmauswirkungen bei steigender Belastung kontinuierlich zunehmen und ausserdem sehr individuell sind.

 

 

Quelle: http://www.ergo-online.de/html/service/download_area/Laerm-Suva.pdf

Sachen gibts, die gibts gar nicht.

Donnerstag, Februar 6th, 2014

Vielleicht sollte ich über meine Erfahrungen im Berufsleben mal ein Buch schreiben?

Vielleicht sollte ich selbst Coach werden?

Ich erzähle jetzt einmal das Neueste:

Am vergangenen Donnerstag Nachmittag rief man mich an und fragte, ob ich am Freitag für ein Vorstellungsgespräch zur Verfügung stünde. Da ich gerade nichts besseres vor hatte, sagte ich zu. Das Gespräch fand mit der Personalerin von der Arbeitsvermittlung statt. (fragt einfach nicht, warum!)

2 ehemalige Führungskräfte, die Personaluschi und ich. Soweit so gut.

Relativ zügig nach Beginn kristallisierte sich heraus, dass der Personaler der Firma sein Gespräch eigentlich nur mit der Personaluschi führt. Blickkontakt fand eigentlich nur zu ihr statt. Ich lehnte mich zurück, dachte nur „Du Arsch“ und von da an war mir eigentlich alles egal. Ich legte mein „HalloHerrHeimannGrinsen“ auf, dieses Grinsen, dem man eigentlich ansieht, dass es nicht echt ist, und wartete ab.

Irgendwann durfte ich dann auch mal erzählen. Lebenslauf und so. Der typische Sermon, trotzdem gab man mir das Gefühl quasi nicht anwesend zu sein.

Der Typ war mir unsympatisch und auf den Job hatte ich keinen Bock mehr.

Wie ich dann doch da hin kam, ist mir eigentlich schleierhaft. Wie sagt man noch so schön, „Du bist immer dann am Besten, wenn es dir eigentlich egal ist“. Stimmte wohl. Am Montag fing ich hier an.

Eine Männerdomäne. 24 Männer und ich. Toll, dachte ich zunächst, doch bereits am Montag Nachmittag sah ich das anders. Der Arbeitsplatz: total versifft, die Küche ein regelrechter Saustall. Essensreste auf der Spüle, in der Mikrowelle und sogar außen an den Hängeschränken. Ich wollte brechen. Gelüftet wird eigentlich nur, wenn der Postbote die Tür öffnet und hindurch geht. Unfassbar.

Gestern wollte ich mir Mittags Reis (verpackt) in der Mikrowelle machen. Als ich diese öffnete, und mir ein halber Burger aus einem halben Jahrhundert entgegensprang, verging mir schlagartig der Appetit. Auch Tee kochen oder einfach nur ein Schluck Wasser aus dem Wasserhahn zapfen war ohne Komplettkörperkontamination nicht möglich.

So schrieb ich also einen Zettel:

Sehr geehrte Kollegen,

mit Verlaub, die Küche ist ein Saustall!

Unsere liebe Raumpflegerin hat heute die Oberfläche der Schränke sowie die Mikrowelle von innen gereinigt.

Wir sind doch alle erwachsen?!

Bitte halten Sie in Zukunft im Interesse aller Kollegen sämtliche Oberflächen und Schränke sowie die Mikrowelle sauber und nehmen Sie Essensreste sofort auf.

Für ein sauberes Miteinander!

Von einigen Kollegen kam direkt positives Feedback, andere Kollegen konnten damit gar nicht umgehen. Wir haben hier eine firmenbekannte „Sau“, die ihr Essen ohne Deckel in die Mikrowelle stellt und auch seine Hinterlassenschaften nicht wegwischt. Man sieht es ihm an. Ein armer, ungepflegter Informatiker, der sich den ganzen Tag in seinem stickigen, stinkigen Räumchen einsperrt. Armer Mann.

Als ich vorhin zum Mittag in der Küche saß, gerade meinen Reis verzehrt hatte, kam er hinein. Wortlos. Ich unterhielt mich gerade mit einem anderen Kollegen. Der Nerd ging zum Wasserkocher, stellte Wasser an, riß das Fenster auf und wuselte vor mich hin. Ich saß direkt im Durchzug. Nicht schön. Ich ließ mir nichts anmerken, unterhielt mich weiter und stand nach ca 2 Minuten auf um das Fenster wieder zu schließen. Wortlos versteht sich.

Direkt danach nahm der Honk sein Wasser und verließ die Küche.  …